In der Neurologie werden Erkrankungen des zentralen Nervensystems z.B. Schlaganfall, Schädel-Hirn-Verletzungen, Querschnittslähmungen oder Multiple Sklerose behandelt. Diese weisen in der Regel komplexe Störungsbilder auf.
Eine neurologische Erkrankung bedeutet für den betroffenen Menschen in der Regel einen deutlichen Einschnitt in sein bisheriges Leben. Dies kann zu einer vorübergehenden, häufig aber auch einer langfristigen und gravierenden Veränderung in seiner Lebenssituation führen.
Auswirkungen können sich auf folgenden Ebenen zeigen, die von der WHO in der „International Classification of Functioning, Disability and Health“ (ICF) in drei Bereiche unterteilt wurden:
Beeinträchtigungen auf diesen Ebenen sollen nach der ICF unter Berücksichtigung der sozialen und physikalischen Umwelt (Umweltfaktoren) beschrieben werden. Für eine ganzheitliche Rehabilitation benötigt der Ergotherapeut ein fundiertes medizinisches Fachwissen und detaillierte Kenntnisse über entsprechende Behandlungsmodelle und –methoden sowie Therapiemittel.
Gemeinsam mit dem Patienten und/oder den Angehörigen werden Ziele erarbeitet, die sich aus den Problemen des Alltags bzw. Berufes ergeben. In einigen Fällen beschränkt sich die ergotherapeutische Arbeit auf die Ebene der Struktur und Funktion, wenn eine Wiederherstellung des alten Leistungsstandes erreichbar ist. Weitaus häufiger steht aber der Erwerb bestimmter Handlungskompetenzen für eine größtmögliche Selbständigkeit und Unabhängigkeit von Hilfen und Hilfspersonen im Vordergrund. Der ganzheitliche Ansatz ist besonders wichtig, wenn nicht alle früheren Fähigkeiten wieder erlangt werden können.
Die Behandlung wird im idealen Fall mit Erreichen der vereinbarten Ziele abgeschlossen.
Indikation
Ergotherapeutisch behandelt werden alle Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems.
Häufigste Krankheitsbilder sind:
Beeinträchtigungen der Funktion und Struktur
Mentale Funktionen
Sensomotorik und Schmerz
Beeinträchtigungen der Aktivitäten und Partizipation
Eine ergotherapeutische Behandlung in diesem Fachbereich beinhaltet:
Für das Erreichen der oben beschriebenen Ziele sind für die Therapeutin/den Therapeuten unter anderem spezifische Behandlungskonzepte auf der Basis grundlegender Annahmen wie z.B. nach Bobath, Affolter, Johnstone, PNF, Perfetti, F.O.T.T. (Alltagsorientierte Therapie) oder andere richtungsweisend.
Die Behandlung gilt als abgeschlossen, wenn die realistisch vereinbarten Behandlungsziele erreicht wurden und der Klient bestimmte Handlungskompetenzen erworben hat. Es gilt behutsam auf Grenzen hinzuweisen, auch ohne daß alle früheren Fähigkeiten wieder erlangt wurden.
Tätigkeitsfelder in der Neurologie:
